Was ist ein ETF? • Passiv Geld anlegen

Exchange Traded Fund ETFs (engl. Exchange Traded Fund) auf deutsch Indexfonds sind bei Anlegern beliebt, da sie ein kostengünstiges und übersichtliches Investment am Kapitalmarkt ermöglichen. Sie verhelfen auf transparente Weise zu einer großen Streuung selbst kleiner Anlagebeträge. Mit einem ETF können Anleger nahezu 1:1 von dem zugrundeliegenden Index partizipieren. So können Anleger z.B. bequem den "DAX kaufen" oder den "Dow Jones".

Was genau ist ein ETF?

ETFs gehören zur Anlagegattung der Investmentfonds und sind Sondervermögen. Das bedeutet, dass der Anleger bei einer Pleite der Fondsgesellschaft weiterhin seine Anteile verkaufen oder ggf. auf ein anderes Kreditinstitut übertragen kann. Im Unterschied zu aktiv gemanagten Investmentfonds bilden ETFs einen Index passiv ab, damit entfallen Managervergütungen. Da ETFs keinen Ausgabeaufschlag haben, weisen sie insgesamt niedrige Kosten auf. Vergleichbar sind Fondskosten über die TER. Die TER als Gesamtkostenquote eines Investmentfonds ist bei ETFs wesentlich geringer als bei aktiv verwalteten Fonds. Die TER enthält weder Ausgabeaufschlag noch Transaktionskosten oder erfolgsabhängige Gebühren. Bei ETFs ist die Verwaltungsgebühr entscheidend. Je einfacher der Index, desto kleiner ist diese.

Mit Hilfe von ETFs werden nicht nur Aktienindizes wie DAX oder Euro Stoxx abgebildet. Mittlerweile gibt es ETFs auf alle Anlageklassen, beispielsweise Anleihen, Rohstoffe und Immobilien, sowie Branchen- und Währungskörbe. Außerdem können mit ETFs ganze Anlagestrategien umgesetzt werden, indem man Fonds kauft, die auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Tipp: Mit ETFs sind auch Sparpläne möglich.

ETF's werden immer beliebter

Auf der folgenden Grafik sehen wir das verwaltete Vermögens in Europa in den Jahren 2000 bis 2011 (in Milliarden US-Dollar).
ETF Vermögen Entwicklung

Wie kauft man einen ETF?

Bei ETFs gibt es keine Mindestanlage und Laufzeit. Der Anleger braucht für die Verwahrung des ETF ein Depot, das bei einem Onlinebroker oder einer Bank zu eröffnen ist (Hier finden sie eine Liste mit Depots). Ferner ist die ISIN bzw. WKN des Fonds erforderlich. Die Investitionssumme muss in Anteile umgerechnet werden. Die Order enthält Angaben über den gewünschten Börsenplatz, das Limit und seine Gültigkeit. ETFs werden direkt an der Börse gehandelt, man kann sie jederzeit über Computer- und Regionalbörsen sowie außerbörslich erwerben. Ihr Preis wird fortlaufend ermittelt. Über Anbieter, Börsen, Handelsplattformen, Onlinebanken und deren Analysen oder Statistiken im Internet findet jeder Anleger den passenden ETF. Vergleichsbasis sind die Performance des ETF und ihre Abweichung vom zugrundeliegenden Index sowie seine Schwankungsbreite.

ETF Anbieter

Was ist der Unterschied zwischen physischen und synthetischen ETFs?

ETFs erfreuen sich auch deshalb großer Beliebtheit, weil es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, die Performance eines Index zu übertreffen. Die Wertentwicklung des ETF entspricht dagegen genau der Wertentwicklung des abgebildeten Index. Allerdings ist das in der Praxis nicht immer der Fall, weil es verschiedene Arten der Nachbildung von Indizes gibt.

Die Performance eines ETF wird durch seine Struktur bestimmt. Ein voll replizierender (physischer) ETF kauft entweder alle oder einen repräsentativen Teil der Wertpapiere, die der Index enthält. Bei Swap-basierten (synthetischen) ETFs wird die Wertentwicklung des Index über Tauschgeschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten nachgebildet. Diese Methode wird bei kompliziert strukturierten oder Indizes mit illiquiden Werten angewendet. Die Gestaltung des ETF hat jedoch nicht nur Einfluss auf seine Wertentwicklung, sondern beide Arten von ETFs weisen unterschiedliche Risiken auf. Durch die Komplexität der synthetischen ETFs geht oft Transparenz verloren.