Frontrunning

Leider gibt es mittlerweile eine Reihe von nicht seriösen Handlungen im Anlagebereich, die man auch unter der Bezeichnung der Börsenmanipulation zusammenfassen kann, wenn es um die Sparte Wertpapiere und Börse geht. Neben dem Insiderhandel, dem Churning und dem Scalping, fällt auch das Frontrunning in diesen Bereich.

Was beinhaltet das Frontrunning?

Unter dem Frontrunning versteht man vereinfacht gesagt das Ausnutzen eines streng vertraulichen Wissens bezogen auf einen Mandanten, welches dem Vermögensberater oder dem Vermögensverwalter einen Vorteil verschaffen kann. Konkret geht es darum, dass dem Vermögensberater ein Handelsgeschäft bekannt ist, welches der Kunden in nahezu Zukunft durchführen wird. Dieses Wissen wird dann im Zuge des Front Running vom Berater zu seinem eigenen Vorteil missbraucht.

Beispielfall für das Frontrunning

Am besten lässt sich das Frontrunning an einem kurzen Beispiel verdeutlichen. Angenommen, der Vermögensberater XY hat von seinem Kunden den Auftrag bekommen, eine große Stückzahl der Muster-Aktien zu kaufen. Wenn nun der Berater Front Running betreibt, würde er zum Beispiel aufgrund dieses Wissens noch VOR dem Kauf der Aktien durch den Kunden für sein eigens privates Depot diese Aktien kaufen. Denn nachdem die Kauforder des Kunden am Markt ausgeführt wurde, ist von steigenden Aktienkursen auszugehen, von denen dann der Vermögensberater durch den Verkauf der zuvor privat gekauften Aktien profitieren kann.

Vorteile für den „Front Runner“ ist der Nachteil des Mandanten (Kunden)

Während die beschrieben Aktion dem Vermögensberater einen finanziellen Vorteil verschafft, wird der Kunde als weitere Auswirkung des Front Running benachteiligt. Denn dadurch, dass der Berater zuerst fürs eigene Depot die betroffenen Aktien kauft, erhält der Mandant die Aktien sehr wahrscheinlich zu einem etwas höheren Kurs, als wenn dieser Vorab-Kauf des Vermögensberaters nicht stattgefunden hätte.