Philip Fisher - Common Stocks and Uncommon Profits

Philip Arthur Fisher (1907 - 2004) war ein bedeutender Wertpapieranalyst, Investor und Vermögensverwalter, der durch die Entwicklung von Anlagestrategien, einer grundlegenden Philosophie und entsprechende Veröffentlichungen großen Einfluss auf viele der wichtigsten Investoren des 20./21. Jahrhunderts hat. Seine Publikationen gehören heute zum Lehrstoff in der Analystenausbildung, die daraus resultierenden Erkenntnisse werden täglich im Börsenhandel eingesetzt.

Das Wirken von Philip Fisher

Fisher arbeitete als Vermögensverwalter und investierte selbst permanent, was die Grundlage seiner Überlegungen zu den Aktienmärkten darstellte. Im Jahr 1958 veröffentlichte er das Buch "Common Stocks/Uncommon Profits" (etwa "gleiche Papiere, aber ungleiche Gewinne") und erlangte damit faktisch Weltruhm in der Händlerszene. Das Buch gehört bis heute zu den meistverkauften im Bereich von Geldanlagen und Assetmanagement. Große und sehr erfolgreiche Investoren wie Charles Munger und Warren Buffet wurden dadurch beeinflusst, Buffets Strategie beruht faktisch komplett auf dem Fisher-Ansatz. Mit seiner Publikation und Philosophie reagierte Fisher auf die bislang vorherrschende Meinung an der Wall Street, das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Aktien als entscheidenden Maßstab für den Kauf anzusetzen. Dieser Ansatz stammt aus den 1930er bis 1950er Jahren und wurde von Benjamin Graham und David Dodd vertreten ("Security Analysis", 1934), besonders Graham galt als "Vater der Fundamentalanalyse".

Philip Fisher Strategie

Bis heute verfolgen Portfoliomanager auch diese Strategie, die tatsächlich nicht vollends von der Hand zu weisen ist. Sie basiert darauf, die Bewertung von Aktien eines Unternehmens zu den realen Gewinnen ins Verhältnis zu setzen (KGV) und unterbewertete Aktien nach dieser Maßgabe zu kaufen. Fisher war jedoch der Auffassung, dass auch Aktien mit (scheinbar zu) hohem KGV gekauft werden können, wenn sie zu einem hervorragenden Unternehmen mit aussichtsreichen Geschäftsfeldern und ausgezeichnetem Management gehören. Fisher kaufte Wachstumsaussichten und vernachlässigte dafür auch zeitweilig technische Faktoren wie die Charts und das KGV. Die grundlegende Auffassung dahinter bedeutet, dass Kurse schier endlos steigen können, mehr als sich das der Anleger je vorstellt. Das hat sich in der Praxis immer wieder bestätigt. Ausschlaggebend für die Investmentstrategie Fishers war jedoch ein sehr gründliches Research hinsichtlich des entsprechenden Unternehmens. Die Integrität der Führungsmannschaft ist nach Fishers Ansatz ebenso entscheidend wie beständige Innovationen und das Bemühen um Wachstum, ebenso die Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen (USP). Im Investment setzte Fisher auf langes, unter Umständen lebenslanges Halten von Aktien.

Sein Werk: Common Stocks and Uncommon Profits (must read!)

Der Einfluss von Philip Fisher

Die Veröffentlichungen von Philip Fisher sind seit den 1960er Jahren Bestandteil der Analystenausbildung, Investoren wie Warren Buffet legen geradezu lehrbuchmäßig nach Fisher an. Die Stanford Graduate School hat die Fisher-Publikationen fest in den Lehrplan aufgenommen, ihre Absolventen wiederum gehören zu den führenden Investmentbankern der Welt. Fisher konzentrierte sich ausschließlich auf Wachstumsaktien zu einem angemessenen, aber nicht unbedingt dem niedrigsten Preis, und hält sie, solange das Unternehmen wächst.