Zinseszinseffekt - Die wundersame Geldvermehrung

Wer sein Geld anlegen möchte, der betrachtet natürlich in einem ersten Schritt die Rendite, die sich durch die Geldanlage ergeben. Diese Rendite wird pro Jahr durch den Guthabenzins angegeben. Aber auch die Laufzeit einer Anlage sollte durchaus mit in die Überlegungen zur Geldanlage hinein fließen. Je länger Geld nämlich angelegt wird, umso höher fallen die positiven Effekte durch erzielte Zinseszins-Einnahmen aus.

Der Zinseszins-Effekt ergibt sich dadurch, dass durch eine Geldanlage erzielte Zinsen auf den Anlagebetrag aufgeschlagen werden und somit im nächsten Jahr Zinsen für den ursprünglich angelegten Betrag erzielt werden zuzüglich der Zinsen auf die Zinseinnahmen des ersten Jahres.

Ein Rechenbeispiel für den Zinseszins-Effekt

Legt man zum Beispiel 100 Euro zu fünf Prozent an, so erhält man im ersten Jahr der Geldanlage fünf Euro an Zinszahlungen. Entnimmt man diese fünf Euro und behält den Kapitalstock in Höhe der 100 Euro bei, so erhält man im zweiten Jahr erneut fünf Euro Zinsen. Macht man das für insgesamt zehn Jahre, so hat man durch eine Geldanlage von 100 Euro insgesamt 50 Euro Zinseinnahmen verbucht - ohne Zinseszins-Effekt.

Der Zinseszins-Effekt kommt zum Tragen, wenn man die fünf Euro Zinseinnahmen aus dem ersten Jahr auf den Kapitalstock aufschlägt. Damit erzielt man im zweiten Jahr bereits Zinseinnahmen in Höhe von 5,25 Euro und verfügt somit über einen Kapitalstock in Höhe von 110,25 Euro nach zwei Jahren. Dieser wird im dritten Jahr dann mit 5,76 Euro verzinst und man verfügt über einen Kapitalstock in Höhe von 115,76 Euro. Nach zehn Jahren beträgt der Kapitalstock 162,89 Euro - man hat also allein durch den Zinseszins-Effekt eine um 8,6 Prozent höhere Rendite als ohne Berücksichtigung des Zinseszinseffektes.

Nach 20 Jahren hat man bei einer Anlage ohne Zinseszinseffekt 100 Euro an Zinsen eingenommen. Mit Berücksichtigung des Zinseszinseffekten betragen die Einnahmen 165,33 Euro, nach 40 Jahren liegen sie bei 504 Euro, während sie bei jährlicher Entnahme der Zinseinnahmen bei 200 Euro liegen. Der exponentielle Effekt nimmt mit längerer Laufzeit deutlich zu.

Vergleich 6% mit 8%

Allgemeines Video zum Thema Zinseszinseffekt

Die Erfolgsstrategie von Warren Buffett

Was man mathematisch schnell und einfach ausrechnen kann, hat Warren Buffett, den legendären US-Börsenprofi steinreich gemacht. Rechnet man im obigen Beispiel mit einer jährlichen durchschnittlichen Verzinsung des Anlagekapitals von 25 % p.a. (was ungefähr die Performance von Berkshire Hathaway ist, so ergibt sich rund alle 3 Jahre eine Verdoppelung des eingesetzten Kapitals. Daher hört man von Buffett auch oft die folgenden Worte:
„Der Zinseszins-Effekt ist das 8. Weltwunder“ - Das Zitat stammt aber wohl von Albert Einstein
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Warren Buffett Vermögensentwicklung

Mit 14 Jahren hatte Warren Buffett 1.000$ gespart. Wir gehen von einer Verzinsung von 25 % p.a. aus und einer Laufzeit von 101 Jahren.
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